Wie lerne ich Trading?

Diese sehr wichtige Frage habe ich heute in einem Forum gelesen. Meiner Meinung nach ist es eine sehr gute Frage, denn sie beginnt dort, wo es wichtig ist.

Wer sich gerade unsicher ist, was der Unterschied zwischen Trading (kurzfristiger Handel) und Investieren (langfristiges Anlegen), klickt am besten hier.

Während viele andere Menschen direkt damit beginnen wollen, ein Konto bei einem Broker zu eröffnen und direkt loszulegen, hat sich hier jemand die richtige Frage gestellt: Wie beginne ich eigentlich mit Trading? Wie werde ich ein erfolgreicher Trader?

Natürlich gab es in dem Forum direkt diverse Antworten. Die einfachste und meiner Meinung nach sinnvollste Antwort hat gefehlt: Von jemandem, der das Trading beherrscht und selber an der Börse erfolgreich tradet.

Sofort werden jetzt aber bestimmt einige Fachleute aufschreien: „Ich habe es mir selbst beigebracht und habe es auch geschafft.“

Es gibt bestimmt einige, die sich Trading auch selbst beigebracht haben. Die Frage ist: Wie lange haben Sie gebraucht? Wie viele Fehler haben Sie gemacht? Wie viel Geld haben Sie verloren? Und wie viele von Autodidakten haben aufgegeben?

Eine typische Antwort, die ich auch bereits öfters gelesen habe: „Du musst lange und hart arbeiten und dich darauf einstellen, dass du ein oder zweimal dein gesamtes eingesetztes Vermögen verlierst.“

Na, wie wäre es zu lernen, erstmal nicht sein eingesetztes Vermögen zu verlieren? Wie wäre es, aus den Fehlern anderer zu lernen?

Du kannst dir bestimmt auch Schwimmen dadurch beibringen, dass du dazu Videos guckst, im Wasser strampelst und auch häufig Wasser schluckst. Oder du gehst zu jemandem, der es kann und dir zeigt, wie es funktioniert.

Also um es kurz zu machen: Du willst erfolgreich traden? Suche dir jemanden der:

  1. Selber erfolgreich tradet.
  2. Bereits Erfahrungen hat, wie er anderen Menschen das Traden beibringt.

Ich wünsche dir viel Erfolg auf diesem Weg.

Binäre Optionen Teil 2: – Top oder Flop?

Im dem Beitrag Binäre Optionen Teil 1 habe ich kurz erklärt, wieso ich denke, dass Binäre Optionen sich nicht zum Handeln eignen.

Die Nachteile von Binären Optionen kommen meiner Meinung nach aber erst im Vergleich mit dem Handel von Aktien zur Geltung. Ich vergleiche also nun Aktien mit Binären Optionen.

Folgendes Beispiel:

Wir sind der Meinung, dass bei dieser Aktie/Binären Option der Kurs auf 218,35 steigen wird  Bei der Binären Option muss ich bei der Eingabe auswählen, wann der Kurs diesen Punkt spätestens erreicht hat. Hier wähle ich den 12.11.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach 4 Tagen ist dann das hier zu sehen:

Der Kurs hat zu dem Zeitpunkt das Ziel nicht erreicht. Wie hätte es jetzt bei einer Aktie ausgesehen?

Bei einer Aktie ist es egal, wie lange ich sie „laufen lasse“. Das heißt, hier hätte ich nicht nur das Ziel erreicht, sondern ich hätte sogar noch mehr erzielen können.

Soweit alles verstanden? Jetzt wird es etwas komplexer:

Auch in diesem Beispiel bin ich bei der binären Option aufgrund der Analyse der Meinung, dass der Preis weiter steigen wird.

 

Aber schon einen Tag später sehe ich, dass der Kurs weiter runtergeht.

Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich die binäre Option nicht gekauft, aber wer besitzt schon eine Glaskugel, die mich in die Zukunft sehen lässt?

Und wie ist das nun mit Aktien? Kann ich da etwa in die Zukunft sehen? Nein, natürlich nicht, aber es gibt da eine sehr nützliche Funktion.

 

Bei Aktien habe ich die Möglichkeit, zu sagen: Kauf erst die Aktie, wenn Sie über einen bestimmten Preis liegt:

In diesem Fall hätte ich also sagen können: Wenn der Preis über 218,10 liegt, dann kaufe. Das bedeutet hier: Die Aktie wäre erst am 06.12 gekauft worden. Oder ich hätte vor dem 06.12 meinen Kauf der Aktie storniert.

Also kann ich durch diesen Mechanismus bei Aktien mir eine zusätzliche Bestätigung holen, dass der Kurs in die Richtung geht, die ich bereits analysiert habe. Wenn der Kurs nicht in die Richtung geht, kann ich das Geschäft stornieren. Bei den Binären Optionen ist das so nicht möglich.

Zusammenfassung:

Die Zeit läuft…

Bei Binären Optionen spielt die Zeit gegen mich. Die Richtung zu bestimmen und zu analysieren ist eine Sache, aber auch die Zeit?
Bei einer Aktie spielt die Zeit erstmal keine Rolle. Im wahrsten Sinne des Wortes stehe ich hier nicht unter Zeitdruck.

Der Einstieg….

Bei einer Binären Option gibt es nur den sofortigen Einstieg.

Wenn es um Aktien geht, habe ich die Möglichkeit zu sagen, kauf nur wenn der Preis über eine bestimmte Marke steigt. So kann ich mich absichern und mir eine zusätzliche Bestätigung holen, dass der Preis wirklich steigt.

Für mich persönlich reichen schon diese beiden Punkte, um Binäre Optionen für mich ganz auszuschließen.

Ich bin am überlegen, hierzu noch einen 3. Teil zu schreiben. Dann wird es nur ein ganzes Stück komplizierter, aber es würde dann den ultimativen Nachteil der Binären Optionen gegenüber Aktien zeigen.

 

Was ist eine Aktie?

Eine einfache Frage, die man oft kompliziert erklärt findet im Internet. Ich mach es einfach:

Eine Aktie ist ein Teil eines Unternehmens. Wenn du dir also eine Aktie von Amazon kaufst, gehört dir damit ein kleiner Teil des Unternehmens. Da eine Aktie in der Regel einiges wert ist, wird eine Aktie auch Wertpapier genannt.

In der Vergangenheit sind Aktien auf Papier gedruckt und übergeben worden. Heutzutage läuft der Handel und die Vergabe von Aktien über die Börse.

Warum gibt es Aktien?

Nehmen wir mal an, du hast eine tolle Geschäftsidee und willst diese umsetzen. Jetzt brauchst du Geld. Du findest Geldgeber und setzt deine Geschäftsidee um. Nun merkst du, du brauchst mehr Geld. Du beschließt, an die Börse zu gehen und Unternehmensanteile zu verkaufen. So bekommst du mehr Geld, das du investieren kannst.

Aktien sind also eine Möglichkeit, Gelder von Investoren für ein Unternehmen zu bekommen.

Binäre Optionen Teil 1: Top oder Flop?

Seit einigen Jahren nimmt die Anzahl der Binäre Optionen-Anbieter zu, genauso wie die Werbung für binäre Optionen (übrigens nicht zu verwechseln mit den „normalen Optionen“).

Was sind denn eigentlich binäre Optionen?

Binäre Optionen sind ein recht junges Finanzprodukt, angelehnt an die „normalen Optionen“, mit einem Unterschied: Top oder Flop. Das bedeutet, wenn man einmal eine binäre Option gekauft hat, muss man warten, bis man verliert oder gewinnt. Es gibt also nur zwei mögliche Ergebnisse. Deswegen übrigens „binär“.

Damit es nicht zu abstrakt ist, hier ein einfaches Beispiel. Wir haben hier einen Kurs.

Du musst dich entscheiden: Geht der Kurs hoch oder runter? Wir wählen jetzt mal: Hoch.

 

 

 

 

 

Nach dem du dich entschieden hast, wählst du den Betrag, für den du die binäre Option kaufen möchtest. Nehmen wir als Beispiel 10 Euro. Du kaufst und dann wartest du, bis die binäre Option fällig wird, beispielsweise um 14:30.

Der Kurs ist hochgegangen. Du bekommst deine 10 Euro zurück sowie (abhängig je nach Anbieter und binärer Option) in diesem Beispiel 80% des Einsatzes, also 8 Euro.

Was wäre jetzt geschehen, wenn der Kurs horizontal oder in die andere Richtung gegangen wäre?

Du hättest deinen kompletten Einsatz verloren. Das bedeutet für dich: Wenn du einmal gewinnst und einmal verlierst, hast du Verlust gemacht. Wenn sich also die Anzahl der gewonnen und verlorenen Vorhersagen die Waage halten, dann machst du Verlust.

Wie klingt das erstmal für dich?

Für mich klingt das sehr schlecht.

In dem nächsten Beitrag Binäre Optionen Teil 2. vergleiche ich den Handel von Binäre Optionen mit dem Handel von Aktien. Du kannst dann sehen: Wenn du mit dem Trading / Handeln anfangen möchtest, sind Aktien sehr viel besser zu handeln als Binäre Optionen.

 

Begriffsverwirrungen: Bidprice and Askprice oder auch Briefkurs und Geldkurs

Es gibt Momente, in denen ich sehr gut verstehen kann, warum die Börse manche Leute abschreckt. Bidprice (Geldkurs) und Askprice (Briefkurs) sind die Preise, zu denen man Wertpapiere wie beispielsweise Aktien kauft bzw. verkauft. Diese Kurse sind niemals identisch.

Nur welcher ist welcher? In der Regel interessiert mich das nicht, da ich aber zurzeit ein kleines Programm schreibe, muss ich das jetzt konkret wissen.

Die Definitionen, die ich im Internet finde, zeigen, wie umständlich oder abstrakt solche Begriffe erklärt werden können.

Na dann liefere ich jetzt eine Definition für ein Beispiel:

Askprice:10,10 €
Bidprice: 10,00 €

Ich frage bei dem Händler nach für wie viel er mir eine Aktie verkauft. Er verkauft mir die Aktie für 10,10 Euro. Also wenn ich kaufen will und nach dem Preis frage, handelt es sich um den Askprice.

Jetzt will ich verkaufen. Ich biete also meine Aktie an und zwar für 10,00 Euro. Wenn ich also verkaufen will und meine Aktie zum Kauf anbiete, dann handelt es sich um den Bidprice.

Für Briefkurs und Geldkurs fällt mir nun echt keine vernünftige Eselsbrücke ein. Oder doch? Wenn ich eine Aktie kaufe und direkt in der gleichen Milisekunde wiederverkaufen würde, hätte ich direkt beim Verkaufen Geld gelassen, weil der Geldkurs immer niedriger ist als der Briefkurs.

Naja, so richtig sexy ist diese Definition nicht. Ich bleibe lieber bei Ask und Bid.

Die Profis unter euch, die sich bereits mit diesem Thema auskennen, könnten jetzt kritisieren, dass ich ein paar Informationen zu dem Thema weglasse. Meine Antwort: Das ist Absicht.

Investieren – Handeln – Gibt es wirklich einen Unterschied?

Wenn mich jemand fragt, wie er mit Aktien Geld verdienen kann, stelle ich immer zuerst eine Frage: Was genau möchtest du eigentlich machen?

Unabhängig, ob es um Aktien, andere Finanzprodukte oder auch Immobilien geht, wird „Investieren“ verwendet, wenn du Geld über längere Zeit anlegen möchtest. Daher werden solceh Investitionen auch gerne als Anlage bezeichnet.

Wenn du dein Geld ein Jahr oder länger anlegen möchtest, spreche ich von einer Investition. In was du alles investieren kannst, erkläre ich später in einem anderen Beitrag.

Das war „Investieren“. Was hat es mit „Handeln“ auf sich? Ich sage dazu Traden.  Nicht, weil ich englische Begriffe mag, sondern um es mehr von „dem Handel“ auf einem Wochenmarkt abzugrenzen.

Vom Handeln /Trading wird gesprochen, wenn du beispielsweise eine Aktie kaufst und schnell wieder verkaufst.  Während du bei einer Investition deine Rendite langfristig planst, ist beim Trading deine Rendite der Unterschied zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis.

Das bedeutet für dich: Wenn Du für mehrere Jahre dein Geld anlegen möchtest, um deine Altersvorsorge aufzustocken, dann investierst du.

Wenn du Aktien kaufen möchtest mit dem Ziel, sie nächste Woche zu verkaufen, handelst du.

 

 

Die Unterschiede:

Den zeitlichen Faktor habe ich bereits erklärt. Es gibt noch weitere Faktoren.

  1. Beim Trading ist das Ziel, eine höhere Rendite zu erwirtschaften als beim Investieren.
  2. Der Zeitaufwand beim Traden ist wesentlich höher als beim Investieren. Als Faustregel könnte man sagen: Je länger der Zeitraum ist, für den du eine Rendite erzielen möchtest, umso niedriger ist der Zeitaufwand, um diese Rendite zu erzielen.Eine Trading-Strategie, die ich nutze, kostet mich in der Woche zwei Stunden Zeit. Eine Investition, die ich für ein Jahr getätigt habe, hat mich am Anfang zwei Stunden Zeit gekostet.
  3. Die Lernkurve: Wenn du dich erstmalig mit Investieren beschäftigst, mag dir der Kopf kreisen und das Thema ungeheuer komplex erscheinen. Mit den richtigen Internetseiten und Youtube-Videos wirst du jedoch sehen, dass der zeitliche und persönliche Aufwand nicht so groß ist.Beim Trading sieht es genau anders herum. Einsteiger denken, dass es doch nicht so schwierig sein kann. Doch weit gefehlt. Das Trading erfordert sehr spezielles Know-How. Und was viele nicht wissen: Psychisch ist es sehr fordernd und wenn du dein Ego nicht in den Griff bekommst, wirst du nur verlieren. Um ein erfolgreicher Trader zu werden, solltest du in Jahren rechnen, nicht in Monaten.

Ich könnte weitere Unterschiede aufführen, diese sind jedoch die wichtigsten. Wenn du vor der Frage stehst, ob du investieren oder lieber traden möchtest, frage dich:

Wie viel Zeit bist du bereit, jede Woche zu investieren?
Bist du bereit, viel Neues zu lernen und dich mit dir selbst auseinanderzusetzen?